Fremdes Leben

von Gerd Berghofer

 

Ein Totengräber, der sein Leben beendete, drei Trauergäste, von denen zwei nicht wissen, warum sie eigentlich bei der Beerdigung sind, ein Bestattungsunternehmer, der die Anwesenden mit alkoholischen Getränken zur Entscheidung für das eigene Institut zu animieren sucht – wenn das keine Groteske ist!

Doch so bizarr, wie sich diese Beerdigung darstellt, ist sie eigentlich gar nicht: der Totengräber war am Ende seines Lebensweges angelangt und hatte, von Berufs wegen und aus der Notwendigkeit seiner Einsamkeit heraus, beschlossen, diesen in eigener Regie zu vollenden. Dazu brauchte es Mut, Stil und Konsequenz, drei Eigenschaften, die sehr selten sind. Das ahnen auch die Trauergäste allmählich. Zwei von ihnen, ein Mann und eine Frau, haben am Schluss etwas verstanden. Ihr Leben wird sich nach dieser Beerdigung verändert haben.